40 Tote – und der Barbesitzer ist wieder frei?

40 Tote – und der Barbesitzer ist wieder frei?

Veröffentlicht:

Freitag, 23.01.2026
von Red. TB

Wer soll das noch verstehen? Nach der verheerenden Brandkatastrophe im Schweizer Skiort Crans-Montana mit 40 Toten und über 100 Verletzten ist der Betreiber der Bar „Le Constellation“ – in der das Feuer offenbar ausbrach – nun wieder auf freiem Fuß.

Nicht etwa, weil sich der Verdacht in Luft aufgelöst hätte. Nein – 200.000 Schweizer Franken, überwiesen von „engen Freunden“, haben gereicht, um Jacques Moretti aus der Untersuchungshaft zu holen. Geld gegen Verantwortung? Es wirkt fast so.

Das Gericht im Kanton Wallis erklärte, Moretti sei unter strengen Auflagen entlassen worden: Er darf die Schweiz nicht verlassen, muss seine Ausweispapiere abgeben und sich täglich bei der Polizei melden. Klingt vernünftig – wenn man ausblendet, dass ihm fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung und fahrlässige Brandstiftung vorgeworfen werden.

Freunde mit tiefen Taschen, Verantwortung auf Sparflamme

Das Geld kam – laut Justiz – nicht von Moretti selbst, sondern von Unterstützern. Freunde, die offenbar über sechsstellige Beträge verfügen, wenn es darauf ankommt. Und das tat es offenbar. Die Frage, die sich viele stellen: Was sagt das den Angehörigen der Opfer?

Noch immer laufen die Ermittlungen. Die Staatsanwaltschaft betont, dass das Verfahren auch auf weitere Personen ausgeweitet werden könnte. Doch aktuell stehen nur Moretti und seine Ehefrau im Fokus – sie sind bislang die einzigen offiziellen Beschuldigten.

Ermittler in der Kritik, Vertrauen am Boden

In Crans-Montana sitzt der Schock tief – aber auch das Misstrauen in die Behörden wächst. Viele Angehörige und Überlebende fragen sich, warum die Ermittlungen so schleppend verlaufen, warum Verantwortliche nicht zur Rechenschaft gezogen werden, und warum jemand, in dessen Betrieb eine der schlimmsten zivilen Katastrophen der Schweiz stattfand, nun wieder frei durch den Ort laufen darf.

Mehr als 40 Menschen verloren ihr Leben, weil eine Silvesternacht in Flammen aufging.
Und die Justiz?
Spricht von Kaution und Auflagen.
Verständlich ist das nicht. Schon gar nicht für jene, die trauern.

 

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