Die Edelmetalle Gold und Silber setzen ihren Aufwärtstrend aus dem Vorjahr auch im neuen Börsenjahr fort. Gleich zu Jahresbeginn legen die Preise weiter zu – getrieben durch eine Kombination aus geopolitischer Unsicherheit, einem schwächelnden Dollar und spekulativen Käufen.
Am Morgen verteuerte sich der Goldpreis an der Londoner Börse um rund 55 Dollar bzw. über ein Prozent und lag bei 4.374 Dollar pro Feinunze (ca. 31,1 Gramm). Damit knüpft das Edelmetall an ein starkes Jahr 2025 an, in dem Gold um satte 65 Prozent zulegen konnte – das größte Jahresplus seit 1979. Kurz vor Weihnachten hatte Gold mit fast 4.550 Dollar ein neues Rekordhoch erreicht, bevor es zum Jahresende zu Gewinnmitnahmen kam.
Auch Silber glänzt: Der Preis je Unze kletterte heute um mehr als drei Prozent auf 74,02 Dollar. 2025 war Silber sogar um beeindruckende 148 Prozent gestiegen. Zwischenzeitlich hatte der Preis erstmals die Marke von 80 Dollar durchbrochen – befeuert u.a. durch Äußerungen von Tesla- und SpaceX-Chef Elon Musk zu möglichen Versorgungsengpässen.
Warum steigen Gold und Silber?
Mehrere Faktoren treiben derzeit die Edelmetallpreise:
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Schwacher US-Dollar: Da Gold und Silber in Dollar gehandelt werden, führt ein schwächerer Greenback zu günstigerem Einkauf für Investoren außerhalb der USA.
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Notenbankkäufe: Besonders Zentralbanken, die ihre Abhängigkeit vom Dollar verringern wollen, stocken ihre Goldreserven deutlich auf. Das Einfrieren russischer Devisenreserven habe laut Analysten eine Signalwirkung gehabt.
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Geopolitische Spannungen: Der andauernde Krieg in der Ukraine, der Konflikt im Nahen Osten sowie die unvorhersehbare Handelspolitik von US-Präsident Trump schüren die Nachfrage nach dem klassischen „Krisenmetall“.
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Zinsperspektive: Erwartete Zinssenkungen in den USA machen unverzinste Anlagen wie Gold wieder attraktiver – und stützen die Nachfrage.
Gold bleibt für viele Anlegerinnen und Anleger eine sichere Bank – nicht nur wegen seiner jahrhundertelangen Rolle als Wertaufbewahrungsmittel, sondern auch durch seine physische Verfügbarkeit und die Verwendung in Schmuck und Technik.
Silber: Der Industrie-Liebling
Silber ist dagegen mehr als nur ein Wertspeicher – es ist ein wichtiges Industriemetall. Es wird in der Elektromobilität, bei KI-Anwendungen, in der Rüstungsindustrie und vielen anderen Bereichen benötigt. Das macht den Markt besonders dynamisch – aber auch anfällig für Schwankungen.
So löste etwa ein Tweet von Elon Musk zu chinesischen Exportbeschränkungen für Silbermetalle kurz vor Jahreswechsel einen Preissprung aus. Seine Warnung: „Das ist nicht gut. Silber wird in vielen industriellen Prozessen benötigt“, sorgte für ein Rekordhoch – bevor Anleger dann Gewinne mitnahmen.
Blick auf den Markt
Angesichts des derzeit dünnen Handels – wichtige Märkte in Asien bleiben zum Wochenende geschlossen – mahnen Analysten zur Vorsicht. Auch ohne neue Nachrichten können an solchen Tagen größere Preisbewegungen auftreten.

