USA beschlagnahmen russischen Öltanker – mit globalem Machtanspruch

USA beschlagnahmen russischen Öltanker – mit globalem Machtanspruch

Veröffentlicht:

Mittwoch, 07.01.2026
von Red. TB

Die USA haben im Nordatlantik einen unter russischer Flagge fahrenden Öltanker namens „Marinera“ (vormals „Bella-1“) beschlagnahmt. Laut US-Militär habe das Schiff gegen Sanktionen verstoßen und sei daher unter Kontrolle gebracht worden. Unterstützt wurden sie dabei von Großbritannien. In der Karibik folgte kurz darauf die Beschlagnahmung eines zweiten Tankers mit Venezuela-Bezug.

Beide Schiffe sollen Teil einer sogenannten „Schattenflotte“ sein – Tanker, die trotz Sanktionen Öl für Russland, Venezuela oder den Iran transportieren. Laut US-Medien wurde die „Marinera“ seit Dezember verfolgt. Zwischenzeitlich soll sogar ein russisches U-Boot zum „Geleitschutz“ aufgetaucht sein – was die Lage eher in Richtung Agentenfilm als Alltagseinsatz verschob.

Russland nannte die Beschlagnahmung einen Verstoß gegen das Seerechtsübereinkommen der UNO und spricht von einem Rechtsbruch. Die USA berufen sich hingegen auf ihre Selbstverpflichtung zur „Sicherung der westlichen Hemisphäre“.

Die Aktionen stehen im Zusammenhang mit Washingtons verschärftem Vorgehen gegen Venezuela. Erst kürzlich war Präsident Nicolás Maduro in einer nächtlichen Operation von US-Spezialkräften aus Caracas entführt worden – zusammen mit seiner Ehefrau. Beide sollen sich nun in New York wegen mutmaßlichen Drogenschmuggels verantworten. Caracas nennt das eine Entführung und verweist auf seine riesigen Ölreserven als wahren Hintergrund der Operation.

US-Außenminister Marco Rubio sprach offen vom „enormen politischen Hebel“ durch die Tanker-Blockade. Die USA planen nun, den venezolanischen Ölhandel langfristig zu kontrollieren – inklusive Verkauf, Lagerung und Infrastrukturhilfe. Ziel sei ein „stabiles, wohlhabendes Venezuela“ unter amerikanischer Aufsicht. Die Einnahmen aus dem Ölexport sollen direkt in US-Verwaltung übergehen – laut Präsident Trump höchstpersönlich.

Kritik am Vorgehen wächst

Während Washington von Stabilisierung spricht, warnen Kritiker vor einer Entgrenzung politischer Machtmittel: Wirtschaftliche Interessen, militärisches Eingreifen und geopolitischer Anspruch vermischen sich zunehmend. Die USA agieren hier als globale Vollstrecker mit Sanktionsrecht, Ölzugriff und Beschlagnahmung auf Hoher See – ganz ohne internationale Zustimmung.

Das Völkerrecht? Schwimmt offenbar irgendwo hinter dem Tanker her.

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