Nach dem Tod einer 37-jährigen Frau durch Schüsse eines Beamten der US-Einwanderungsbehörde ICE haben am Samstag Zehntausende Menschen in Minneapolis demonstriert. Die Großkundgebung war Teil eines breiten Protestwochenendes mit über 1.000 Veranstaltungen in den gesamten Vereinigten Staaten – gerichtet gegen die Abschiebepraxis und das Vorgehen der US-Behörden.
Im Zentrum der Empörung steht der Fall von Renee Good, die am Mittwoch in ihrem Auto von einem ICE-Beamten erschossen wurde. Während Regierungsstellen von einem Notwehrvorfall sprechen, kritisieren lokale Behörden und zivilgesellschaftliche Gruppen das Vorgehen scharf und zweifeln an der Verhältnismäßigkeit.
Laut Bürgermeister Jacob Frey verliefen die Proteste in Minneapolis überwiegend friedlich. Zahlreiche Teilnehmer forderten eine umfassende Aufklärung des Vorfalls sowie tiefgreifende Reformen bei der US-Einwanderungspolitik.
Die Bewegung Indivisible, die sich ursprünglich als Reaktion auf die Politik der Trump-Administration gegründet hatte, koordiniert laut eigenen Angaben die Proteste in mehreren Bundesstaaten, darunter Texas, New Mexico, Ohio und Florida. Auf ihrer Website heißt es: „Am 10. und 11. Januar erinnern wir an jene, deren Leben durch ICE zerstört wurde – und fordern Gerechtigkeit und Rechenschaft.“
