Interview mit Rechtsanwältin Bontschev: „So schützen Sie sich vor unseriösen Krypto-Plattformen“

Interview mit Rechtsanwältin Bontschev: „So schützen Sie sich vor unseriösen Krypto-Plattformen“

Veröffentlicht:

Freitag, 15.08.2025
von Red. LF

Frage: Frau Bontschev, die BaFin warnt vor summerhill.co, weil dort ohne Erlaubnis Kryptowerte-Dienstleistungen angeboten werden. Was bedeutet das konkret für Anleger?

RAin Bontschev: Das bedeutet, dass Anleger es hier mit einem unregulierten Anbieter zu tun haben. Solche Plattformen agieren ohne rechtliche Kontrolle – es gibt keine Garantie, dass das investierte Geld sicher ist. Im schlimmsten Fall ist es schlicht nicht mehr rückholbar.

Frage: Woran erkennen Verbraucher unseriöse Anbieter?

RAin Bontschev: Es gibt mehrere Warnzeichen:

  • Keine Impressumsangabe oder eine Adresse im Ausland,

  • Druck, schnell zu investieren – oft verbunden mit angeblichen „Top-Chancen“,

  • Unklare Gebührenmodelle oder intransparente Vertragsbedingungen,

  • Kein Eintrag in der BaFin-Unternehmensdatenbank.

Ein wichtiger Schritt ist daher: Immer prüfen, ob ein Anbieter bei der BaFin gelistet ist.

Frage: Welche Risiken gehen Anleger bei solchen Plattformen ein?

RAin Bontschev: Sie laufen Gefahr, Opfer von Betrug oder Totalverlust zu werden. Da es keine staatliche Aufsicht gibt, gibt es auch keinen Schutzmechanismus, wie etwa eine Einlagensicherung. Auch rechtlich ist es schwer, gegen anonyme Betreiber im Ausland vorzugehen.

Frage: Wie sollten sich Betroffene verhalten, die bereits investiert haben?

RAin Bontschev: Sie sollten sofort alle Zahlungen einstellen und Beweise sichern – also E-Mails, Transaktionsbelege, Screenshots. Anschließend empfehle ich, eine Anzeige bei der Polizei zu erstatten und sich anwaltlich beraten zu lassen. In manchen Fällen ist auch eine Meldung an die BaFin oder die Verbraucherzentrale sinnvoll.

Frage: Welche präventiven Maßnahmen können Verbraucher ergreifen?

RAin Bontschev:

  • Nur bei registrierten Anbietern investieren – das lässt sich auf der BaFin-Website überprüfen.

  • Misstrauisch bei zu hohen Versprechungen sein – besonders im Krypto-Bereich.

  • Nie unter Zeitdruck handeln.

  • Und zuletzt: Lieber zweimal nachfragen, bevor Geld fließt.

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