Interview mit RA Reime: So schützen sich Betroffene vor unseriösen Finanzdienstleistern

Interview mit RA Reime: So schützen sich Betroffene vor unseriösen Finanzdienstleistern

Veröffentlicht:

Donnerstag, 10.07.2025
von Red. LF

Frage: Herr Reime, die BaFin warnt aktuell vor der Website fbswealth.io. Was bedeutet das für Verbraucher?

RA Reime: Diese Warnung ist sehr ernst zu nehmen. Wenn die BaFin so etwas veröffentlicht, dann liegt meist der Verdacht nahe, dass Anleger getäuscht oder geschädigt werden könnten – oft geht es sogar um klassischen Anlagebetrug. In diesem Fall fehlen die gesetzlich vorgeschriebenen Erlaubnisse. Das bedeutet: Wer dort investiert, tut das auf eigenes Risiko und meist ohne jede rechtliche Absicherung.

Frage: Wie kann ein Verbraucher erkennen, ob ein Finanzdienstleister seriös ist?

RA Reime: Es gibt ein paar klare Prüfzeichen:

  1. Lizenzprüfung: Auf der Website der BaFin gibt es eine Unternehmensdatenbank, in der man prüfen kann, ob ein Anbieter lizenziert ist.

  2. Transparenz: Wer ist der Betreiber? Gibt es ein Impressum mit ladungsfähiger Adresse?

  3. Versprechen: Vorsicht bei unrealistisch hohen Renditen oder angeblich „risikofreien“ Anlagen.

  4. Druck und Drängung: Wer Sie zu schnellen Entscheidungen drängt, verfolgt meist keine seriösen Absichten.

Frage: Was sollen Betroffene tun, die schon Geld überwiesen haben?

RA Reime: Zunächst: Ruhe bewahren. Dann sollten Sie umgehend

  • alle Unterlagen sichern (E-Mails, Kontoauszüge, Chatverläufe),

  • eine Strafanzeige bei der Polizei stellen,

  • und einen Rechtsanwalt mit Spezialisierung auf Kapitalanlagerecht einschalten.

Manchmal lässt sich über zivilrechtliche Wege, wie z.B. Rückabwicklungsansprüche oder bei Zahlungsdienstleistern, noch etwas retten. Auch eine Anzeige bei der BaFin oder der Verbraucherzentrale ist sinnvoll, um andere zu warnen.

Frage: Gibt es Chancen auf Rückzahlung?

RA Reime: Das hängt stark vom Einzelfall ab. Wenn Zahlungen über bekannte Zahlungsdienstleister wie Kreditkarten oder SEPA-Überweisungen liefen, gibt es teilweise Wege zur Rückbuchung. Ist das Geld aber bereits über Kryptowährungen verschoben, wird es deutlich schwieriger. Hier braucht es spezialisierte Ermittlungsarbeit – teilweise auch international.

Frage: Was raten Sie generell im Umgang mit Krypto- oder Online-Investments?

RA Reime: Skepsis ist Ihr bester Schutz. Seriöse Anbieter setzen auf Transparenz, Regulierung und klare Kommunikation. Wer Sie in eine WhatsApp-Gruppe einlädt und Ihnen Bitcoin-Renditen von 20 % im Monat verspricht, will in der Regel nur eines: Ihr Geld. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und holen Sie im Zweifel rechtlichen oder fachlichen Rat ein.

Die Zeitung für Anleger in Sachwerte
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.