Preisrückgang bei seltenen Erden – die Gründe

Preisrückgang bei seltenen Erden – die Gründe

Veröffentlicht:

Donnerstag, 27.03.2025
von redakteur_u

Seltene Erden und Technologiemetalle wurden in den vergangenen Jahren immer wieder als besonders profitable Anlagen beworben. Tatsächlich sind sie das auch – der langfristige Preistrend zeigt eindeutig nach oben, wie man sehr gut bei Indium und Hafnium sehen kann. Immer wieder werden neue Anwendungsmöglichkeiten entdeckt und die technische Weiterentwicklung macht starke Angebotsdefizite wahrscheinlich. Politische Spannungen führen zu Sanktionen und Ausfuhrbeschränkungen, die Androhung von Zöllen verstärkt die Verknappung noch mehr.

Dennoch gibt es auch signifikante Preisrückgänge, übrigens nicht nur bei den hier besprochenen Rohstoffen. Auch Uran, das noch vor einigen Monaten als ganz sichere Bank beworben wurde, befindet sich gerade im Sinkflug. Vorausschauende Investoren setzen sich mit den Hintergründen dieser Preisentwicklung auseinander und nutzen die günstigeren Preise zum strategischen Nachkauf.

Besonders ausgeprägt ist der Preisrückgang, dem seit 2021 die vor allem für die Energiewende vorgesehenen Rohstoffe Neodym, Dysprosium, Praseodym und Terbium. Mit letzterem konnte man bis zu der Preisspitze besonders große Gewinne machen. Im Rückblick zeigt sich der Anstieg weniger als Folge höherer Nachfrage, sondern von Lieferschwierigkeiten. Die Anstiege in der Corona-Zeit waren überwiegend auf das Abreißen der Lieferketten zurückzuführen. Inzwischen mehren sich jedoch Zweifel an der Umsetzung der Energiewende im damals geplanten Ausmaß. In diesem Bereich ist also ein Teil der Phantasie etwas abgekühlt. Mit der Rückkehr der Zuversicht kann es jedoch sehr schnell gehen, die Preise bleiben ebensowenig auf dem jetzigen niedrigen Niveau, wie sie 2021 ihre Spitze halten konnten.

Eine ähnliche Entwicklung sehen wir derzeit bei Gallium und Germanium, die von chinesischen Ausfuhrbeschränkungen betroffen sind, sowie Indium und Rhenium. Wer also den günstigsten Ausstiegszeitpunkt bei den Magnetmetallen versäumt hat, kann das demnächst mit diesen Rohstoffen nachholen. Und noch mehr Zeit zum Handeln ist bei Rhodium, das in den vergangenen Jahren exorbitante Kursanstiege verbucht hat. Hier braut sich der nächste große Aufwärtstrend erst allmählich zusammen – im Augenblick glaubt niemand an dieses Metall, dessen weltweite Jahresfördermenge unter einem Küchentisch Platz findet. Sollte sich die Renaissance des Verbrennermotors abzeichnen oder ein Land wie Indien neue Abgasnormen einführen, würden Katalysatormetalle deutlich nach oben schießen. Auch in der Wasserstofftechnik sind sie unverzichtbar.

Seltene Erden als Sachwert werden von unterschiedlichen Unternehmen angeboten. Ein Beispiel ist die Doobloo AG aus dem Fürstentum Liechtenstein die Kauf und zollfreie Lagerung anbietet.

Die Anstiege und Rückgänge hängen natürlich immer von Angebot und Nachfrage ab, zu einem guten Teil aber auch von den Themen, die gerade aktuell sind. Chinas Konjunkturrückgang, Amerikas Abkehr vom Klimaschutz und Europas Innovationshindernisse sind solche Themen. Für Anleger ist das Wechselspiel dieser Thementrends ein wertvolles Geschenk, wenn man sie zu nutzen versteht.

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