Goldpreis fällt zum Wochenstart: Hohe US-Zinsen bremsen – Iran-Konflikt sorgt für Unsicherheit

Goldpreis fällt zum Wochenstart: Hohe US-Zinsen bremsen – Iran-Konflikt sorgt für Unsicherheit

Veröffentlicht:

Montag, 21.09.2026
von Red. LF

Der Goldpreis ist schwächer in die neue Handelswoche gestartet. Am Montagmorgen verlor das Edelmetall rund 0,7 Prozent und bewegte sich nur knapp oberhalb der Marke von 4.350 US-Dollar je Feinunze. Aktuelle Marktdaten von Kitco bestätigten am Vormittag einen Spotpreis von rund 4.350 Dollar und damit ein Tagesminus von gut 0,6 Prozent.

Dabei treffen derzeit zwei gegenläufige Kräfte aufeinander: Auf der einen Seite belasten hohe US-Zinsen und Renditen den Goldmarkt. Auf der anderen Seite sorgen die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten weiterhin für Nachfrage nach Anlagen, die in Krisenzeiten von Investoren häufig als Absicherung gesucht werden.

Für Goldanleger dürfte deshalb insbesondere die weitere Entwicklung der amerikanischen Geldpolitik entscheidend werden.

Gold verliert rund 0,7 Prozent

Nach den am Montagmorgen veröffentlichten Marktdaten kostete eine Feinunze Gold gegen 8 Uhr rund 4.352 US-Dollar beziehungsweise 3.793 Euro.

Gegenüber dem vorherigen Handelstag entsprach dies einem Rückgang von rund 0,7 Prozent in Dollar und etwa 0,5 Prozent in Euro.

Auch Silber gab nach. Eine Feinunze kostete rund 66 US-Dollar und damit etwa 0,4 Prozent weniger als zuvor.

Die Bewegung setzte sich im weiteren Morgenhandel grundsätzlich fort: Kitco meldete um 6:34 Uhr New Yorker Zeit einen Goldpreis von 4.350 Dollar, 27 Dollar beziehungsweise 0,62 Prozent weniger als zuvor. Die Handelsspanne des Tages lag zu diesem Zeitpunkt zwischen rund 4.339 und 4.384 Dollar.

Damit hält sich Gold zwar weiterhin auf einem historisch sehr hohen Niveau. Von seinem bisherigen Rekord ist das Edelmetall jedoch deutlich entfernt: Kitco beziffert das bisherige Allzeithoch auf 5.589,38 Dollar je Feinunze, erreicht am 28. Januar 2026.

Hohe US-Renditen sind Belastungsfaktor

Ein wichtiger Grund für den derzeitigen Druck auf den Goldpreis ist das hohe Zinsniveau in den USA.

Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen hatte zum Ende der vergangenen Woche wieder die Marke von 5 Prozent erreicht. Reuters berichtete am Freitag ebenfalls, dass die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen über 5 Prozent gestiegen war.

Für Gold ist das grundsätzlich ein schwieriges Umfeld.

Das Edelmetall zahlt weder Zinsen noch Dividenden. Steigen die Renditen vergleichsweise sicherer Staatsanleihen, erhöhen sich deshalb die sogenannten Opportunitätskosten einer Goldanlage. Anleger verzichten beim Halten von Gold auf entsprechend höhere laufende Zinserträge, die sie beispielsweise mit Staatsanleihen erzielen könnten.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Gold bei hohen Zinsen automatisch fallen muss. Geopolitische Risiken, Inflationserwartungen, Zentralbankkäufe, Wechselkursbewegungen und die Nachfrage institutioneller Investoren können den Effekt hoher Renditen überlagern.

Genau dieses Spannungsfeld prägt derzeit den Markt.

Renditen am Montag wieder etwas unter 5 Prozent

Im Laufe des Montags entspannte sich die Situation am US-Anleihemarkt allerdings etwas.

Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sank im europäischen Handel auf rund 4,97 Prozent. Die zweijährige Rendite lag bei etwa 4,74 Prozent.

Damit sollte die Aussage, die US-Renditen lägen weiterhin bei exakt 5 Prozent, vor allem als Momentaufnahme des frühen Montagshandels verstanden werden.

Das grundsätzliche Bild bleibt dennoch bestehen: Die amerikanischen Kapitalmarktzinsen bewegen sich auf einem ausgesprochen hohen Niveau.

Fed hält den Druck auf Gold hoch

Hinter den hohen Renditen steht insbesondere die amerikanische Geldpolitik.

Nach der jüngsten Zinserhöhung der US-Notenbank rechnen die Märkte weiterhin mit einer restriktiven Geldpolitik. Reuters berichtet, dass am Markt noch eine weitere Zinserhöhung der Federal Reserve bis zum Jahresende erwartet wird.

Das ist für Gold relevant.

Bleiben die Zinsen länger hoch oder steigen weiter, konkurriert das zinslose Edelmetall mit zunehmend attraktiven verzinslichen Anlagen.

Das Wall Street Journal beschreibt deshalb derzeit zwei gegenläufige Kräfte: Geopolitische Unsicherheit und die Nachfrage nach sicheren Anlagen können Gold stützen, während die restriktive amerikanische Geldpolitik und hohe Renditen den Preis belasten.

Iran-Konflikt bleibt geopolitischer Risikofaktor

Gleichzeitig bleibt die Lage im Nahen Osten angespannt.

Nach den jüngsten Angriffen der vom Iran unterstützten Huthi auf Riad stehen die Beziehungen zwischen Washington und Teheran erneut im Mittelpunkt der Finanzmärkte.

Reuters berichtet, dass sowohl die saudische Hauptstadt Riad als auch Moskau am Wochenende Ziel von Angriffen wurden. Im Fall Riad werden die Angriffe den vom Iran unterstützten Huthi zugeschrieben.

Für den Goldmarkt ist die Entwicklung aus zwei Gründen relevant.

Einerseits können eskalierende geopolitische Konflikte die Nachfrage nach Gold als Absicherungsinstrument erhöhen.

Andererseits wirkt sich der Konflikt auf den Ölmarkt aus. Steigende Energiepreise können wiederum die Inflation antreiben und damit die Geldpolitik der Zentralbanken beeinflussen.

Ölpreis bleibt über 100 Dollar

Am Montagmorgen kostete ein Barrel Brent-Rohöl nach den vorliegenden Marktdaten noch rund 103 Dollar.

Das waren zwar etwa 0,9 Prozent weniger als zuvor. Innerhalb eines Monats hatte sich Brent jedoch deutlich verteuert.

Reuters beschreibt ebenfalls einen leichten Rückgang der Ölpreise zum Wochenstart, während Brent weiterhin oberhalb von 100 Dollar je Barrel notierte. Hoffnungen auf zusätzliche saudische Liefermöglichkeiten und diplomatische Bemühungen sorgten für eine gewisse Entspannung.

Sinkende Ölpreise können dabei indirekt auch für den Goldmarkt relevant sein.

Lässt der Inflationsdruck durch Energiepreise nach, sinkt möglicherweise der Druck auf die Federal Reserve, ihre Geldpolitik weiter zu verschärfen. Umgekehrt könnte eine erneute Ölpreiseskalation die Inflationssorgen wieder verstärken.

Silber verliert ebenfalls

Auch Silber konnte sich dem schwächeren Wochenstart nicht entziehen.

Der Preis lag am Montagmorgen bei rund 66,04 Dollar beziehungsweise 57,55 Euro je Feinunze.

Gegenüber dem vorherigen Handelstag bedeutete das ein Minus von rund 0,4 Prozent in Dollar.

Seit Jahresbeginn ergibt sich nach den vorliegenden Daten allerdings ein wesentlich schwächeres Bild als bei Gold: Silber lag rund 7,4 Prozent im Minus, während Gold in Dollar noch etwa 0,9 Prozent höher stand.

Silber besitzt dabei eine Besonderheit: Das Metall ist nicht nur Anlageedelmetall, sondern gleichzeitig ein wichtiger Industrierohstoff. Dadurch können konjunkturelle Erwartungen den Silberpreis stärker beeinflussen als den Goldpreis.

Physisches Silber bleibt für Privatanleger teuer

Für private Käufer ist außerdem ein anderer Punkt bemerkenswert: Der Börsenpreis eines Edelmetalls entspricht nicht automatisch dem Preis, den Verbraucher beim Händler bezahlen.

Bei einer Unze Maple Leaf Silber lag der durchschnittliche Verkaufspreis laut den von Goldreporter erhobenen Händlerdaten am Montagmorgen bei rund 79,30 Euro.

Der reine Metallwert lag dagegen erheblich niedriger.

Das ausgewiesene Aufgeld betrug rund 37,8 Prozent. Gleichzeitig lag der durchschnittliche Händlerankauf bei lediglich 54,98 Euro.

Daraus ergab sich zwischen durchschnittlichem Händlerverkaufs- und Ankaufspreis ein Spread von rund 30,7 Prozent.

Für Anleger ist diese Differenz erheblich: Wer physisches Silber kurzfristig kauft und anschließend wieder verkauft, muss zunächst einen entsprechend großen Abstand zwischen An- und Verkaufspreis überwinden.

Bei Goldmünzen ist der Abstand wesentlich geringer

Bei klassischen Gold-Anlagemünzen sieht die Situation günstiger aus.

Für einen Krügerrand mit einer Feinunze Gold wurde am Montagmorgen ein durchschnittlicher Händlerverkaufspreis von rund 3.945 Euro angegeben.

Der durchschnittliche Ankaufspreis lag bei 3.667 Euro.

Das Aufgeld gegenüber dem Metallwert betrug rund 4 Prozent, der Spread zwischen An- und Verkauf etwa 7,1 Prozent.

Auch hier entstehen Anlegern beim physischen Kauf also Kosten. Sie fallen nach diesen Daten jedoch erheblich niedriger aus als bei der betrachteten Silbermünze.

Gold befindet sich zwischen Zinsdruck und Krisennachfrage

Der aktuelle Goldmarkt zeigt damit exemplarisch, warum einzelne Nachrichten den Goldpreis nicht zuverlässig erklären können.

Hohe US-Renditen und die Aussicht auf eine weiterhin straffe Geldpolitik sprechen tendenziell gegen Gold. Gleichzeitig sorgen geopolitische Risiken und Unsicherheiten über Inflation und Staatsfinanzen für Faktoren, die das Edelmetall stützen können.

Aktuelle Marktberichte bestätigen diese widersprüchliche Ausgangslage. Das Wall Street Journal sieht die restriktive US-Geldpolitik als Belastung, während geopolitische Risiken Gold unterstützen können.

Dass Gold trotz des schwierigen Zinsumfelds weiterhin um 4.350 Dollar je Feinunze gehandelt wird, zeigt, wie stark diese unterschiedlichen Kräfte derzeit gegeneinander wirken.

Anleger sollten nicht nur auf die Marke von 4.350 Dollar schauen

Kurzfristig wird am Markt besonders die Region um 4.350 Dollar beobachtet. Technische Marken sind jedoch keine Garantie dafür, dass ein Preis dort tatsächlich Unterstützung findet oder eine bestimmte Richtung einschlägt.

Für Anleger sind deshalb die fundamentalen Faktoren wichtiger: Entwicklung der US-Renditen, weitere Entscheidungen der Federal Reserve, Inflation, Dollar, Ölpreis und die geopolitische Lage.

Auch die nächsten diplomatischen Termine könnten für Bewegung sorgen. Reuters zufolge richtet sich der Blick der Finanzmärkte in dieser Woche unter anderem auf die UN-Generalversammlung sowie auf die bevorstehenden Gespräche zwischen den USA und China.

Der Wochenauftakt zeigt damit vor allem eines: Gold bleibt teuer, aber keineswegs frei von erheblichen Kursschwankungen. Hohe Zinsen bremsen das Edelmetall, während die geopolitischen Risiken gleichzeitig dafür sorgen, dass das Sicherheitsmotiv vieler Anleger nicht verschwunden ist.

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