281 Billionen Dollar in Beton, Gold und Grundbesitz: Warum Sachwerte trotz Krisen die Welt reich machen

281 Billionen Dollar in Beton, Gold und Grundbesitz: Warum Sachwerte trotz Krisen die Welt reich machen

Veröffentlicht:

Montag, 27.07.2026
von Red. LF

Steigende Zinsen, geopolitische Krisen und wirtschaftliche Unsicherheit hätten den Boom bei Immobilien und anderen Sachwerten eigentlich bremsen müssen. Doch das Gegenteil ist eingetreten: Weltweit stecken heute rund 281 Billionen US-Dollar in Immobilien, Grundstücken, Edelmetallen und weiteren realen Vermögenswerten. Das zeigt der aktuelle „Global Wealth Report 2026“ der Boston Consulting Group (BCG). Trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen legten Sachwerte im vergangenen Jahr um 7,4 Prozent zu. Für Anleger ist das ein deutliches Signal: Reale Vermögenswerte behaupten ihre Rolle als Stabilitätsanker – selbst in Zeiten, in denen die Finanzmärkte von Unsicherheit geprägt sind.

Wer geglaubt hatte, die Zinswende würde den Höhenflug der Sachwerte dauerhaft beenden, sieht sich eines Besseren belehrt. Zwar kühlten sich zahlreiche Immobilienmärkte nach den kräftigen Zinserhöhungen der vergangenen Jahre spürbar ab, ein Einbruch blieb jedoch aus. Stattdessen zeigen die Zahlen der Boston Consulting Group, dass reale Vermögenswerte ihre enorme Bedeutung für den globalen Wohlstand nicht nur behauptet, sondern weiter ausgebaut haben.

Die Hälfte des Weltvermögens steckt in Sachwerten

Nach Berechnungen der Unternehmensberatung erreichte das weltweite Nettovermögen 2025 einen historischen Höchststand von 550 Billionen US-Dollar. Davon entfallen 281 Billionen US-Dollar auf Sachwerte – mehr als auf jede andere einzelne Vermögenskategorie. Zum Sachwertvermögen zählen vor allem Wohn- und Gewerbeimmobilien, Grundstücke, Edelmetalle sowie weitere physische Vermögensgegenstände.

Allein innerhalb eines Jahres wuchs dieser Vermögensbestand um 7,4 Prozent. Damit beweisen Sachwerte eine erstaunliche Widerstandskraft gegenüber Inflation, hohen Finanzierungskosten und geopolitischen Spannungen. Während Börsenkurse oft innerhalb weniger Tage massiv schwanken können, entwickeln sich Immobilien und andere reale Vermögenswerte in der Regel deutlich stabiler.

Deutschland setzt weiterhin auf Immobilien

Besonders deutlich zeigt sich dieser Trend in Deutschland.

Von den insgesamt 23,3 Billionen US-Dollar Privatvermögen deutscher Haushalte entfallen nach Angaben der BCG rund 13,4 Billionen US-Dollar auf Sachwerte. Damit steckt weit mehr als die Hälfte des Vermögens in Immobilien und anderen realen Anlageformen.

Diese Zahlen unterstreichen, welche Bedeutung das sogenannte „Betongold“ weiterhin besitzt. Trotz höherer Hypothekenzinsen und einer zeitweise rückläufigen Bautätigkeit bleibt Wohneigentum für viele Deutsche die wichtigste Form der Vermögensbildung.

Zinsen steigen – Sachwerte bleiben gefragt

Noch vor wenigen Jahren erwarteten viele Experten, dass die kräftigen Zinserhöhungen der Notenbanken einen massiven Preisverfall am Immobilienmarkt auslösen würden.

Tatsächlich verlangsamte sich das Wachstum erheblich. Doch statt eines flächendeckenden Zusammenbruchs stabilisierten sich viele Märkte überraschend schnell. Sinkende Neubauzahlen treffen inzwischen auf eine weiterhin hohe Nachfrage nach Wohnraum, wodurch Immobilien in vielen Regionen ihren Wert behaupten konnten.

Auch Edelmetalle profitierten von den weltweiten Unsicherheiten. Gold bleibt für viele Anleger der klassische Krisenschutz und gewann angesichts geopolitischer Konflikte sowie der Sorge vor einer erneuten Inflationswelle weiter an Bedeutung.

Börsen holen auf – Sachwerte bleiben der Fels in der Brandung

Zwar entwickelten sich Finanzanlagen im vergangenen Jahr noch dynamischer. Aktien, Investmentfonds und andere Wertpapieranlagen legten um 10,7 Prozent zu und erreichten weltweit ein Volumen von 333 Billionen US-Dollar.

Dennoch sehen die Studienautoren darin keinen Bedeutungsverlust der Sachwerte. Vielmehr übernehmen beide Anlageklassen unterschiedliche Aufgaben.

Während Aktien langfristig häufig höhere Renditen ermöglichen, sorgen Immobilien und andere reale Vermögenswerte für Stabilität. Sie gelten als Inflationsschutz, bieten laufende Erträge – etwa durch Mieteinnahmen – und unterliegen meist geringeren Wertschwankungen als viele Kapitalmarktanlagen.

Warum Sachwerte wieder stärker gefragt sind

Die vergangenen Jahre haben vielen Anlegern vor Augen geführt, wie schnell sich wirtschaftliche Rahmenbedingungen verändern können.

Pandemie, Energiekrise, Inflation, Kriege und geopolitische Spannungen haben das Sicherheitsbedürfnis vieler Investoren wachsen lassen. Sachwerte profitieren von diesem Trend, weil sie einen realen Gegenwert darstellen und unabhängig von Börsenentwicklungen bestehen.

Vor allem Immobilien gelten deshalb weiterhin als langfristiger Vermögensspeicher. Gleichzeitig gewinnen Gold und andere Edelmetalle erneut an Attraktivität, wenn Unsicherheit an den Finanzmärkten zunimmt.

Der Vermögensmix verändert sich

Dennoch zeichnet die BCG keine Rückkehr zu einer ausschließlich immobilienorientierten Vermögensstrategie.

Insbesondere jüngere Anleger investieren zunehmend in ETFs, Aktienfonds und andere börsengehandelte Produkte. Die Vermögensstruktur wird dadurch breiter aufgestellt. Experten sprechen von einer Entwicklung hin zu ausgewogenen Portfolios, in denen Sachwerte und Kapitalmarktanlagen unterschiedliche Funktionen übernehmen.

Während Immobilien Sicherheit und Werterhalt bieten sollen, sorgen Aktien und Fonds für langfristiges Wachstum.

Sachwerte bleiben das Fundament des Wohlstands

Der Global Wealth Report 2026 zeigt eindrucksvoll, dass Sachwerte auch nach der Zinswende nichts von ihrer Bedeutung verloren haben. Mit einem weltweiten Volumen von 281 Billionen US-Dollar bilden Immobilien, Grundstücke und Edelmetalle weiterhin das Fundament des privaten Vermögens. Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten bestätigt sich ihre Rolle als Stabilitätsanker.

Für Anleger dürfte die wichtigste Erkenntnis der Studie deshalb lauten: Trotz wachsender Bedeutung der Kapitalmärkte bleiben reale Vermögenswerte unverzichtbar. Wer Vermögen langfristig sichern und gleichzeitig Chancen auf Wertsteigerungen nutzen möchte, wird auch künftig kaum auf eine ausgewogene Kombination aus Sachwerten und Finanzanlagen verzichten können.

Die Zeitung für Anleger in Sachwerte
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