Die Mongolei

Die Mongolei

Veröffentlicht:

Sonntag, 30.07.2023
von Red. TB

Die Mongolei, reich an Rohstoffen und strategisch zwischen den Machtzentren China und Russland gelegen, strebt danach, sich für den Westen attraktiver zu machen. Sie ist eine potenzielle Goldgrube für die notwendigen Ressourcen für die globale grüne Technologierevolution. Der Premierminister Luwsannamsrajn Ojuun-Erdene, der unter anderem an der renommierten Harvard University ausgebildet wurde, strebt an, westliche Bergbauunternehmen anzuziehen, um den Abbau von Kupfer, Uran und anderen mineralischen Ressourcen, die für die Energiewende wichtig sind, voranzutreiben.

Rio Tinto, einer der größten Bergbaukonzerne weltweit, ist bereits seit längerem in der Mongolei tätig und hat insbesondere im Untertagebau der größten Kupfermine Ojuu Tolgoi erhebliche Fortschritte erzielt. Laut Rio Tinto trägt die Mine allein etwa 10 Prozent zu den Staatseinnahmen bei.

Die mongolische Regierung unter Ojuun-Erdene zielt darauf ab, einen nachhaltigen wirtschaftlichen Aufschwung zu erzeugen, der durch die Ausbeutung der reichen Bodenschätze des Landes angetrieben wird. Es wird angestrebt, das Bruttoinlandsprodukt von derzeit rund 13,5 Milliarden Euro bis 2030 auf 45 Milliarden Euro zu steigern. Gleichzeitig sollen die Armut auf 15 Prozent reduziert und die Abhängigkeit von den beiden Nachbarländern Russland und China verringert werden.

Diese Abhängigkeit wird durch die Tatsache verdeutlicht, dass 84 Prozent der mongolischen Exporte nach China gehen, während 30 Prozent aller Importe aus Russland stammen. Die Anziehungskraft westlicher Unternehmen könnte als Gegengewicht zu dieser Abhängigkeit dienen.

In Anerkennung dieser Tatsache haben westliche Regierungen, darunter auch Frankreich unter Präsident Emmanuel Macron, Interesse daran gezeigt, mit der Mongolei zusammenzuarbeiten und Absichtserklärungen für die Lieferung von Kupfer, Uran und anderen wichtigen Mineralien für die Energiewende unterzeichnet.

Ojuun-Erdene arbeitet daran, Vertrauen aufzubauen und ein sicheres Umfeld für westliche Investoren zu schaffen, indem er gegen Korruption vorgeht und politische Reformen durchführt. Dazu gehören eine Reform der Verfassung und der Justiz sowie die Verfolgung von Bestechungsfällen.

Trotz dieser Fortschritte ist es unklar, ob die Reformen langfristig umgesetzt werden können. Es gab Massenproteste, als bekannt wurde, dass im staatlichen Kohlebergbau Vermögen in Milliardenhöhe entwendet wurden, darunter auch von Parlamentsabgeordneten.

Es bleibt abzuwarten, ob Ojuun-Erdene seine Pläne durchsetzen kann und ob er in der Lage sein wird, die Wähler davon zu überzeugen, dass er sie umsetzen kann und wird. Insbesondere die Beziehungen zu den beiden großen Nachbarn, China und Russland, könnten eine Herausforderung darstellen.

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